Das Seil fällt. 76 Zentimeter im freien Fall, dann schlägt das Rammbär auf die Schlaghaube. Dreißig Schläge für die ersten 15 Zentimeter. Dann zählen wir weiter – 15, 20, 30 Zentimeter Eindringung. Das ist der Kern des SPT. In Aachen setzen wir das Gestänge meist auf dem Lousberg an, wo Sande und Kiese der Hauptterrasse anstehen, oder in der Soers mit ihren weichen Bachablagerungen. Das Bohrgerät steht, der Motor läuft, das Gestänge wird eingefahren. Standard Penetration Test nach DIN 18. Keine komplizierte Theorie – einfach ein genormter Schlag, eine genormte Sonde, ein klares Ergebnis: die Schlagzahl N. Bei der Auswertung hilft uns die jahrzehntelange Erfahrung mit Aachener Baugrundverhältnissen. Manchmal kombinieren wir den SPT auch mit dem CPT-Versuch, wenn wir einen lückenlosen Tiefenverlauf der Eindringwiderstände benötigen.
Die Schlagzahl N aus dem SPT ist kein abstrakter Wert – sie entscheidet über Gründungstiefe, Setzungsprognose und die Frage, ob eine Bodenverbesserung nötig wird.
Arbeitsumfang in Aachen

Kritische Bodenfaktoren in Aachen
Die DIN EN 1997-1 (Eurocode 7) fordert für jede geotechnische Kategorie eine belastbare Baugrunderkundung. In Aachen ist das nicht nur Formalität. Der Untergrund ist heterogen – tektonisch beansprucht durch die variszische Faltung und später von der Maas terrassiert. Ein SPT, der nur alle drei Meter eine Probe liefert, kann Tonlinsen oder verfüllte Senken übersehen. In Büttgenbach oder entlang des Johannisbachs haben wir das mehrfach erlebt: weiche organische Schichten, die im Bohrprofil nicht auffielen, aber im SPT durch abrupte N-Abfälle sichtbar wurden. Wird darauf nicht reagiert, drohen ungleichmäßige Setzungen, Risse im Bauwerk, im schlimmsten Fall Grundbruch. Die Kombination aus SPT und Erfahrung mit den lokalen geologischen Einheiten – Aachener Kreide, Hüllensand, Löss – ist deshalb kein Luxus, sondern Notwendigkeit.
Unsere Leistungen
Unser SPT-Angebot in Aachen deckt die gesamte Kette von der Bohrung bis zur Bemessungsempfehlung ab. Wir arbeiten mit eigenem Bohrgerät und eigenem Labor – kurze Wege, abgestimmte Schnittstellen.
SPT-Bohrung im Trocken- und Spülbohrverfahren
Durchführung des Standard Penetration Tests nach DIN 18 in Tiefen bis 20 m. Energiekalibrierung nach internationalem Standard.
Probenahme und Bodenansprache
Entnahme gestörter Proben mit dem SPT-Spaltlöffel. Vor-Ort-Ansprache durch unseren Geotechniker, ergänzt durch Laborversuche.
Korrelation mit CPT und Laborversuchen
Ableitung von Reibungswinkel, Steifemodul und undränierter Scherfestigkeit aus N-Werten. Abgleich mit CPT-Sondierungen und Rahmenscherversuchen.
Gründungsberatung und Setzungsberechnung
Überführung der SPT-Ergebnisse in geotechnische Kennwerte für Flachgründungen, Pfahlbemessung und Setzungsprognose nach Eurocode 7.
Häufige Fragen
Was kostet ein SPT in Aachen?
Eine SPT-Sondierung in Aachen liegt im Bereich von €480 bis €720 pro Ansatzpunkt, abhängig von Bohrtiefe, Zugänglichkeit und Bodenart. Der Preis umfasst Bohrung, SPT-Durchführung, Probenahme und einen Kurzbericht mit Schlagzahldiagramm.
Warum reicht eine Rammsondierung allein nicht aus?
Die Rammsondierung DPH oder DPSH liefert nur einen Eindringwiderstand, aber keine Bodenprobe. Der SPT bringt mit dem Spaltlöffel gestörtes Material zutage – wir sehen Farbe, Kornverteilung, organische Beimengungen. In Aachen mit seinen Wechsellagerungen aus Löss, Mergel und Kies ist dieser visuelle Befund für die Baugrundbeurteilung unverzichtbar.
Welche Energiekorrektur wenden Sie an?
Wir messen die tatsächliche Energieabgabe mit einem Beschleunigungssensor am Gestänge und korrigieren die N-Werte auf 60 % theoretischer Energie (N60). Zusätzlich berücksichtigen wir Überlagerungsdruck und Gestängelänge nach Seed et al. (1985). Nur so werden die Schlagzahlen aus Aachen mit internationalen Korrelationen vergleichbar.
Können Sie mit dem SPT auch die Verflüssigungsgefahr bewerten?
Ja. Für wassergesättigte Sande und Schluffe – wie sie im Aachener Talkessel vorkommen – werten wir die N60-Werte nach der NCEER-Methode (Youd & Idriss 2001) aus. Wir berücksichtigen dabei die seismische Einstufung der Region und geben eine klare Aussage zum Verflüssigungspotenzial.