Die Baugrundverhältnisse in Aachen sind ein geologisches Puzzle. Wer im Süden nahe des Lousbergs baut, steht oft auf tertiären Sanden und Kiesen mit geringem Feinkornanteil – das Material rollt kaum. Wenige Kilometer nördlich, in Richtung Laurensberg, dominieren die Auenlehme der Wurm, und dort sieht die Sache völlig anders aus. Plötzlich haben wir es mit stark bindigen Schichten zu tun, die bei Wasserzutritt schmieren oder quellen. Genau hier setzt die Bestimmung der Atterberg-Grenzen an. Die Fließ- und Ausrollgrenze liefern uns in 48 Stunden ein klares Bild der Plastizität, lange bevor der erste Bagger anrückt. Für eine erste Baugrunderkundung kombinieren wir diese Laborwerte häufig mit den Ergebnissen einer Sondierung mit SPT, um Tragfähigkeit und Verformbarkeit parallel zu bewerten.
Die Plastizitätszahl ist der beste Frühwarn-Indikator für schwierigen bindigen Boden im Aachener Raum.
Arbeitsumfang in Aachen

Kritische Bodenfaktoren in Aachen
Der östliche Stadtteil Brand liegt auf einem Untergrund, der von der Inde und ihren Nebenbächen geprägt wurde. Hier treffen wir auf Wechsellagerungen aus sandigem Lehm und fast reinem Ton. Wird ein solcher Boden in einer Baugrube freigelegt und regnet es zwei Tage, verändert er seine Konsistenz dramatisch. Die Standsicherheit der Böschung kann innerhalb von Stunden kippen, weil die Kohäsion durch die Wasseraufnahme verloren geht. Das ist kein theoretisches Szenario, sondern Alltag in den Hanglagen Aachens, wo Niederschlag und Hangwasser zusammenkommen. Ein Baugruben-Monitoring mit regelmäßiger Überprüfung der Konsistenzgrenzen während der Aushubphase schützt vor bösen Überraschungen.
Unsere Leistungen
Unser Leistungspaket rund um die Atterberg-Grenzen deckt den gesamten Workflow von der Probenahme bis zur gutachterlichen Interpretation ab.
Atterberg-Vollanalyse
Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze an gestörten Bodenproben aus Kleinbohrungen oder Schürfen in Aachen.
Konsistenzbewertung nach DIN 18122
Ergänzung der Grenzen durch die Bestimmung des natürlichen Wassergehalts und der daraus abgeleiteten Konsistenzzahl.
Plastizitätskartierung
Räumliche Darstellung der Plastizitätseigenschaften für größere Areale, etwa Neubaugebiete im Aachener Norden.
Frostempfindlichkeitsklassifikation
Einstufung des Bodens in Frostempfindlichkeitsklassen F1 bis F3 auf Basis der Korngrößenverteilung und Plastizität.
Häufige Fragen
Was sagen die Atterberg-Grenzen über meinen Baugrund in Aachen aus?
Sie zeigen, bei welchen Wassergehalten der Boden vom festen in den plastischen und schließlich flüssigen Zustand übergeht. Für die Aachener Lösslehm-Böden bedeutet eine hohe Plastizitätszahl über 20 Prozent, dass der Boden viel Wasser binden kann und bei Niederschlag stark quillt oder schrumpft – das wirkt sich direkt auf die Gründungstiefe und die Drainageplanung aus.
Welche Normen wenden Sie bei der Prüfung an?
Wir arbeiten strikt nach DIN EN ISO 17892-12:2018 für die Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze. Die bodenmechanische Klassifikation folgt der DIN 18196, und die Bewertung der Zustandsform stützt sich auf die DIN 18122-1.
Wie viel Material benötigen Sie für die Atterberg-Versuche?
Etwa 200 Gramm des Feinkornanteils unter 0,4 mm Korndurchmesser. Das Material liefern wir idealerweise aus einer gestörten Probe, die aus einer Baggerschürfung oder einer Rammkernsondierung in den Aachener Baugruben stammt.
Was kostet die Bestimmung der Atterberg-Grenzen?
Die reine Laboranalyse der Fließ- und Ausrollgrenze liegt je nach Probenumfang zwischen €50 und €100 pro Probe. Bei größeren Stückzahlen oder im Rahmen eines Baugrundgutachtens mit mehreren Untersuchungen bieten wir gestaffelte Konditionen an.
Kann man allein aus den Atterberg-Grenzen die Tragfähigkeit ableiten?
Nein, das ist nicht möglich. Die Atterberg-Grenzen beschreiben das plastische Verhalten, nicht direkt die Festigkeit. Für die Tragfähigkeit sind zusätzlich Versuche wie der Triaxialversuch oder die Ermittlung der undränierten Scherfestigkeit aus Sondierungen nötig. Die Plastizität hilft aber, das Verformungspotenzial abzuschätzen.