Der Aachener Talkessel ist geologisch geprägt von mächtigen Lösslehmschichten über den Kiesen und Sanden der Maasterrassen. Diese feinkörnigen Böden, oft mit Schluffanteilen über 40 Prozent, reagieren empfindlich auf Wasser und Frost. Die Korngrößenanalyse mittels kombinierter Siebung und Hydrometer liefert die Kornverteilungskurve, die für jede Baugrundbeurteilung nach DIN 4020 unverzichtbar ist. In Aachen, wo Hanglagen und aufgelassene Bergbauflächen zum Stadtbild gehören, bestimmt die Kornverteilung maßgeblich die Versickerungsfähigkeit und die Verdichtbarkeit des Untergrunds. Unser Labor führt die Analyse nach DIN 18123 durch und liefert die Daten, die Tragwerksplaner für die Gründungsdimensionierung benötigen. Die Kombination aus Trockensiebung und Aräometerverfahren deckt den gesamten relevanten Korngrößenbereich von Grobkies bis Feinton ab, was bei den heterogenen Aachener Böden entscheidend ist.
Die Kornverteilungskurve ist der Fingerabdruck des Bodens – sie entscheidet über Frostempfindlichkeit, Verdichtbarkeit und Drainagefähigkeit.
Arbeitsumfang in Aachen

Kritische Bodenfaktoren in Aachen
Die DIN 4020 fordert für jede Baugrunderkundung eine eindeutige Bodenklassifikation, und in Aachen ist diese Forderung besonders kritisch. Die weit verbreiteten Lösslehme neigen bei Wasserzutritt zu Setzungen und Tragfähigkeitsverlust – ein Risiko, das ohne exakte Kornverteilungsdaten schwer zu quantifizieren ist. Wird ein feinkörniger Boden fälschlich als gut drainierend eingestuft, drohen Staunässe und Frostschäden an der Gründung. In den Hanglagen des Aachener Stadtgebiets, etwa am Lousberg oder in Burtscheid, kann eine unzureichende Klassifikation der Bodenschichten die Standsicherheit von Stützbauwerken gefährden. Die Korngrößenanalyse schafft hier belastbare Kennwerte, mit denen der Geotechniker das Dränageverhalten und die Scherfestigkeit des Untergrunds realistisch einschätzt.
Unsere Leistungen
Die Laboranalyse der Kornverteilung deckt mehrere baupraktische Fragestellungen ab. Je nach Projektphase und Bodenart bieten wir folgende Leistungen an:
Kombinierte Sieb- und Schlämmanalyse
Vollständige Korngrößenverteilung von Grobkorn bis Tonfraktion für die Bodenklassifikation nach DIN 18196. Inklusive grafischer Darstellung der Kornsummenkurve und Berechnung von Ungleichförmigkeitszahl sowie Krümmungszahl.
Einzelsiebung für grobkörnige Böden
Siebversuch ohne Aräometer-Anteil für Sande und Kiese, wenn der Feinkornanteil unter 5 Prozent liegt. Wirtschaftliche Variante für Baugruben in den Terrassensedimenten der Wurm.
Frostempfindlichkeitsbewertung
Auswertung der Kornverteilungskurve zur Einstufung in Frostempfindlichkeitsklassen F1 bis F3 nach ZTV E-StB. Relevant für alle Gründungs- und Pflasterarbeiten in Aachener Frostzone.
Häufige Fragen
Wann ist die kombinierte Analyse mit Siebung und Hydrometer erforderlich?
Sobald der Feinkornanteil unter 0,063 Millimeter mehr als etwa 5 bis 10 Prozent der Probe ausmacht, reicht die reine Trockensiebung nicht mehr aus. Bei den schluffreichen Lössböden im Aachener Raum ist das fast immer der Fall. Das Aräometerverfahren erfasst dann den Schluff- und Tonanteil, der für die Frostempfindlichkeit und die plastischen Eigenschaften des Bodens maßgeblich ist.
Wie viel Probenmaterial wird für eine Korngrößenanalyse benötigt?
Für feinkörnige Böden reichen etwa 500 Gramm aus der gestörten Probe. Bei sandig-kiesigen Böden benötigen wir mindestens 5 Kilogramm, um eine repräsentative Kornverteilung zu erhalten. Die Proben sollten in luftdichten Beuteln verpackt sein, damit der natürliche Wassergehalt nicht entweicht, falls auch der Wassergehalt bestimmt werden soll.
Welche Kosten entstehen für eine Korngrößenanalyse mit Siebung und Hydrometer?
Die Kosten für eine kombinierte Sieb- und Schlämmanalyse liegen je nach Probenanzahl und Aufbereitungsaufwand zwischen 100 und 190 Euro pro Probe. Bei größeren Probenumfängen oder speziellen Anforderungen wie der Entfernung organischer Bestandteile kann der Preis variieren. Wir erstellen auf Basis der Probenbeschreibung ein Angebot.
Welche Normen wenden Sie bei der Prüfung an?
Die Prüfung erfolgt in unserem Labor nach DIN 18123, die das Verfahren der Trockensiebung und der Aräometeranalyse für den Baugrund festlegt. Die internationale Norm DIN EN ISO 17892-4 ist inhaltsgleich. Die Bodenansprache und Klassifikation der Ergebnisse richten sich nach DIN 18196 und DIN EN ISO 14688. Mehr Info.