Die geotechnische Entwicklung Aachens ist geprägt von der Talrandlage am Übergang des Rheinischen Schiefergebirges zur Niederrheinischen Bucht. Im Stadtkern stehen oft Auelehm- und Schotterbänke der Wurm an, während die Hügellagen im Süden von verwitterten devonischen Tonschiefern und Grauwacken bestimmt werden. Diese Untergrundvielfalt verlangt bei jeder Pfahlgründungsbemessung eine präzise Erkundung der Baugrundschichtung. Das Team führt die Bemessung auf Basis der Ergebnisse aus der Sondierung mit SPT und ergänzenden Drucksondierungen durch. Für die Ermittlung der Mantelreibung in den rolligen Würm-Schottern kommt die CPT-Sondierung zum Einsatz, die eine kontinuierliche Profilierung des Spitzendrucks liefert. So entsteht ein Bemessungsmodell, das die lokale Heterogenität des Aachener Untergrunds abbildet. Die Pfahltragfähigkeit wird für jede Schicht gesondert angesetzt, um Setzungen zuverlässig zu begrenzen.
Die Herausforderung in Aachen liegt nicht in der maximalen Pfahllast, sondern im richtigen Ansatz der Steifigkeit – wer die Verwitterungszone unterschätzt, bekommt unerwartete Setzungen.
Arbeitsumfang in Aachen

Kritische Bodenfaktoren in Aachen
Das Bohrgerät für verrohrte Pfahlbohrungen arbeitet sich in Aachen durch bis zu acht Meter mächtige quartäre Kiese – ein Geräusch, das in den engen Gassen der Altstadt jeden Bauleiter aufhorchen lässt. Die hydraulische Drehbohranlage mit Lafettenführung und Verrohrungsmaschine muss hier oft mit geringem Überstand zu Nachbarbauten operieren. Ein kritischer Moment ist das Erreichen der Felsoberkante des Devonschiefers: liegt sie schräg, kann der Bohrkopf verkippen und ungewollte horizontale Lasten in den Baugrund einleiten. Die Bemessung muss daher nicht nur die Tragfähigkeit, sondern auch das Bohrverfahren und die Herstellbarkeit des gewählten Pfahlsystems berücksichtigen. In den hochverdichteten Kiesen ist der Einsatz von Verdrängungspfählen oft wirtschaftlicher, doch die Gefahr der Gefügestörung in benachbarten bindigen Lagen erfordert eine präzise Abschätzung des Verdrängungsdrucks.
Unsere Leistungen
Das Leistungsspektrum deckt den gesamten Prozess der Pfahlgründung ab – von der ersten Sondierung bis zur statischen Berechnung und Bauüberwachung.
Geotechnische Erkundung für Pfahlgründungen
Kombination aus Drucksondierungen (CPT), Rammsondierungen (DPM) und Kernbohrungen zur Schichtabgrenzung. Ermittlung von Spitzendruck, Mantelreibung und Steifemoduln für die Pfahlbemessung.
Statische Pfahlbemessung
Numerische Berechnung der inneren und äußeren Tragfähigkeit nach EC 7. Nachweise für Einzelpfähle und Pfahlgruppen, Berücksichtigung negativer Mantelreibung bei Auffüllungen, Last-Setzungs-Analyse mit Bettungsmodulverfahren.
Pfahlversuche und Qualitätssicherung
Dynamische Pfahlprüfungen mit Pile Driving Analyzer (PDA), statische Probebelastungen, Integritätsprüfungen mittels Low-Strain-Methode, Auswertung und gutachterliche Bewertung zur Verifikation der Bemessungsansätze.
Häufige Fragen
Welche Pfahlarten kommen in Aachen am häufigsten zum Einsatz?
In den quartären Kiesen und Auelehmen der Aachener Innenstadt dominieren teilverdrängende Bohrpfähle mit Durchmessern zwischen 60 und 120 cm. In den Hanglagen des Südens, wo der Felshorizont höher ansteht, werden häufig Mikropfähle als Verpresspfähle eingesetzt, die mit geringem Geräteaufwand in verwinkelte Grundstücke passen.
Mit welchen Kosten muss ich für eine Pfahlgründungsbemessung in Aachen rechnen?
Für eine vollständige Pfahlgründungsbemessung inklusive Baugrunderkundung, Laborversuchen und statischem Nachweis liegen die Honorare in Aachen je nach Bauwerksklasse und Pfahlanzahl zwischen 1.310 € und 5.970 €. Die Spanne ergibt sich aus dem Erkundungsumfang und der Komplexität des statischen Systems.
Wie wird die Tragfähigkeit in den verwitterten Schieferböden ermittelt?
Die Mantelreibung im Übergangsbereich vom Lockergestein zum Festgestein ist schwer zu prognostizieren. Das Team setzt auf eine Kombination aus Kernbohrungen mit RQD-Bestimmung, Punktlastversuchen an Gesteinsbruchstücken und Rückrechnung aus benachbarten Pfahlprobebelastungen. Die Bemessungswerte werden konservativ im unteren Quartil der Streubänder angesetzt.
Welche Normen sind für die Pfahlbemessung in Deutschland verbindlich?
Maßgebend ist die DIN EN 1997-1 (Eurocode 7) in Verbindung mit dem nationalen Anhang DIN 1054:2021. Für die Ausführung gilt die DIN EN 1536 für Bohrpfähle, ergänzt durch die EA-Pfähle des DGGT-Arbeitskreises. Bei dynamischen Pfahlversuchen wird die EA-Pfähle, Abschnitt 9, zur Interpretation der Messergebnisse herangezogen.