Die geologischen Randbedingungen in Aachen sind komplexer, als der erste Blick auf das flachwellige Stadtbild vermuten lässt. Unter der Lösslehmdecke, die weite Teile des Stadtgebiets prägt, folgen oft verwitterte Schiefer und Sandsteine des Oberkarbons – ein Untergrund, der bei Wasserzutritt rasch an Tragfähigkeit verliert und zu Setzungsdifferenzen neigt. Eine bodenmechanische Untersuchung liefert hier nicht nur Zahlenwerte, sondern ein belastbares Modell des Baugrunds, das die Wechselwirkung zwischen Bauwerk und Untergrund abbildet. Gerade in Hanglagen wie dem Lousberg oder in den Auebereichen der Wurm, wo organische Weichschichten und Auffüllungen aus der industriellen Vergangenheit der Kaiserstadt den Baugrund durchsetzen, entscheidet die Kombination aus Schürfgruben für die direkte Profilaufnahme und der labortechnischen Analyse über die Sicherheit der Gründung. Die bodenmechanische Untersuchung verknüpft Feldbefunde mit klassifizierenden Laborparametern und liefert die Kennwerte, die der Tragwerksplaner für eine wirtschaftliche Bemessung nach EC7 benötigt.
Bodenmechanische Untersuchung nach DIN EN 1997-2:2024-04 mit akkreditierter Labordiagnostik – für Gründungen, die den Aachener Baugrund verstehen, nicht nur klassifizieren.

Arbeitsumfang in Aachen
Procedure video
Kritische Bodenfaktoren in Aachen
Ein hydraulisch gesteuerter Triaxialzelle vom Typ Wykeham Farrance, ausgestattet mit drei unabhängigen Druckregelkreisen und elektronischer Porenwasserdruckmessung, bildet das Kernstück der Scherfestigkeitsdiagnostik. Die bodenmechanische Untersuchung an ungestört entnommenen Proben aus Aachener Auelehmen oder verwitterten Tonsteinen setzt voraus, dass der Sättigungsgrad und die Vorbelastung im Labor realistisch nachgefahren werden, weil diese Böden strukturiert sind und bei Entlastung oder Austrocknung ihre Steifigkeit drastisch ändern. Fehlt diese Diagnostik, besteht das Risiko, dass die rechnerische Grundbruchsicherheit überschätzt wird – mit potentiell gravierenden Folgen für die Setzungsprognose. Wir führen deshalb CU- und UU-Versuche mit Sättigungskontrolle durch und dokumentieren die Bruchmechanik fotografisch, um den verantwortlichen Prüfingenieur in die Lage zu versetzen, die gewählten Bemessungsparameter anhand der tatsächlichen Bodenstruktur zu plausibilisieren.
Unsere Leistungen
Das Untersuchungsprogramm orientiert sich an der geotechnischen Kategorie des Bauwerks und den spezifischen Aachener Untergrundverhältnissen. Neben der reinen Klassifikation bieten wir vertiefende bodenmechanische Untersuchungen für die Bemessung von Flach- und Tiefgründungen an.
Klassifikation und Zustandsgrenzen
Korngrößenverteilung nach DIN EN ISO 17892-4, Atterberg-Grenzen nach DIN EN ISO 17892-12, Glühverlust und Wassergehalt. Liefert die Bodenansprache nach DIN 18196 und die Grundlage für die Homogenbereichsdefinition.
Scherfestigkeit und Verformbarkeit
Rahmenscherversuch und Triaxialversuch für effektive und undränierte Parameter. Steifemodul aus Kompressionsversuchen. Für die Berechnung von Grundbruch, Gleit- und Geländebruchsicherheit in bindigen und rolligen Böden.
Verdichtbarkeit und Tragfähigkeit
Proctorversuch nach DIN 18127 und CBR-Versuch nach DIN EN 13286-47 für den Erd- und Straßenbau. Bestimmung der erzielbaren Trockendichte und des optimalen Wassergehalts bei Aachener Lösslehm-Auffüllungen.
Häufige Fragen
Was kostet eine bodenmechanische Untersuchung in Aachen?
Für ein typisches Einfamilienhaus mit drei Proben und Standard-Klassifikationsversuchen liegen die Kosten bei 2.850 bis 4.300 Euro. Der Preis hängt vom Probenumfang und der erforderlichen Versuchstiefe ab. Bei Mehrfamilienhäusern oder Gewerbebauten mit Scherversuchen und Kompressionstests erhöht sich das Budget entsprechend. Wir erstellen ein individuelles Angebot nach DIN EN 1997-2.
Welche Laborversuche sind bei bindigen Böden in Aachen vorgeschrieben?
Die Vorschrift ergibt sich nicht aus der Stadtlage, sondern aus der Geotechnischen Kategorie und der Bodenart. Bei bindigen Böden, die in Aachen häufig als Auelehm oder Verwitterungston auftreten, verlangt die DIN 4020 mindestens die Bestimmung von Korngrößenverteilung, Plastizität und Wassergehalt. Für GK 2 und 3 kommen Scherversuche und Kompressionsversuche hinzu, um Setzungen und Grundbruchsicherheit zuverlässig zu berechnen.
Wie lange dauert eine bodenmechanische Untersuchung im Labor?
Die reine Labordauer hängt vom Versuchsprogramm ab. Eine Standard-Klassifikation mit Korngrößenverteilung und Atterberg-Grenzen benötigt etwa fünf bis sieben Werktage. Scherversuche und Kompressionsversuche verlängern die Bearbeitungszeit auf zehn bis vierzehn Werktage, weil die Proben vorbereitet und konsolidiert werden müssen. Wir stimmen den Zeitplan frühzeitig mit dem Bauablauf ab.