Mit einer Geländehöhe von etwa 175 m ü. NHN im Talkessel und über 250.000 Einwohnern liegt Aachen in der Erdbebenzone 2 nach DIN EN 1998-1/NA, was in Kombination mit den heterogenen Lockergesteinsfüllungen des Aachener Talkessels eine differenzierte seismische Antwort hervorruft. Die quartären Sedimente und die darunter anstehenden devonischen Schiefer sowie die tektonische Prägung durch den Aachener Sattel erzeugen ein Baugrundprofil, das seismische Boden-Bauwerk-Interaktionen begünstigt. Unsere Erdbebenisolationsbemessung setzt genau hier an: Wir modellieren die lokalen Untergrundverhältnisse, um elastomere oder gleitende Isolatoren so auszulegen, dass die Bauwerksbeschleunigung in Aachen um bis zu 70 % reduziert wird und die Duktilitätsanforderungen an die Tragstruktur sinken. Für tiefere Einblicke in die Bodendynamik ergänzen wir diesen Ansatz mit einer seismischen Mikrozonierung, welche die räumliche Variabilität der Spektralantwort im Stadtgebiet kartiert.
Ein korrekt bemessenes Isolationssystem senkt die Stockwerksbeschleunigung in Aachen um bis zu 70 % und schützt empfindliche Krankenhausausstattung.
Arbeitsumfang in Aachen

Kritische Bodenfaktoren in Aachen
Die spezifische Geologie des Aachener Talkessels – ein tektonisch beanspruchter Sattel mit devonischen Schiefern und darüber abgelagerten Lockersedimenten – birgt bei Erdbebeneinwirkung das Risiko einer Impedanzkontrast-Verstärkung. Während die Stadt selbst nicht im Bereich der aktiven Erdbebenzonen der Niederrheinischen Bucht liegt, zeigen historische Ereignisse wie das Roermond-Beben von 1992, dass moderate Magnituden in Kombination mit weichen Deckschichten Bauwerksschäden verursachen können. Eine unzureichend dimensionierte Isolationsfuge führt dann zum Anschlagen des Bauwerks an die Umgebungskonstruktion und zur ungewollten Kopplung. Wir begegnen diesem Risiko durch eine konservative Annahme der maximalen Bodenverschiebung und eine iterative Optimierung der Lagersteifigkeit, sodass die Restaurierkraft die Struktur nach dem Beben sicher in ihre Ausgangslage zurückführt. Die Überprüfung erfolgt mittels nichtlinearer Zeitverlaufsanalysen unter Verwendung akkelerogramm-kompatibler Zeitreihen.
Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum in Aachen fokussiert die standortgerechte seismische Entkopplung von Bauwerken. Wir begleiten den gesamten Prozess von der Gefährdungsbeurteilung bis zur Qualitätskontrolle der eingebauten Isolatoren.
Standortspezifische Gefährdungsanalyse
Ermittlung des elastischen Antwortspektrums für das Bauwerk in Aachen auf Basis lokaler Scherwellenprofile und der DIN EN 1998-1/NA. Wir berücksichtigen die Untergrundklasse und die tektonische Situation des Aachener Sattels.
Bemessung und Auslegung von Isolationssystemen
Auswahl und Dimensionierung von Elastomer- und Gleitpendellagern nach DIN EN 15129. Die Berechnung umfasst die effektive Steifigkeit, die äquivalente viskose Dämpfung und die maximale Horizontalverschiebung unter dem Bemessungsbeben.
Häufige Fragen
Welche seismischen Parameter gelten konkret für ein Bauvorhaben in Aachen?
Aachen liegt in der Erdbebenzone 2 mit einer spektralen Antwortbeschleunigung agR von 0,6 m/s² für die Referenzwiederkehrperiode von 475 Jahren. Der Untergrund wird überwiegend der Baugrundklasse B (mäßig verwitterter Fels) oder C (tiefgründige Lockersedimente) zugeordnet. Wir ermitteln den genauen Wert durch eine standortspezifische seismische Gefährdungsanalyse und legen darauf aufbauend das Bemessungsspektrum für die Isolatorenauslegung fest.
Mit welchen Kosten muss ich für eine Erdbebenisolationsbemessung rechnen?
Für die standortspezifische Gefährdungsanalyse und die anschließende Bemessung des Isolationssystems bewegen sich die Honorare in Aachen je nach Bauwerksklasse und Komplexität zwischen €4.180 und €7.290. Die Spanne erklärt sich durch den erforderlichen Aufwand für die numerische Modellierung, die nichtlinearen Zeitverlaufsanalysen und die Ausarbeitung des prüffähigen Bemessungsberichts.
Wie wird die Qualität der Isolatoren vor dem Einbau sichergestellt?
Wir begleiten die werkseigene Produktionskontrolle und führen stichprobenartige Typprüfungen nach DIN EN 15129 durch. Dazu zählen zyklische Scherversuche zur Verifikation der effektiven Steifigkeit und der Dämpfungskennwerte sowie die Überprüfung der vollen Verschiebekapazität. Erst nach bestandener Prüfung erfolgt die Freigabe für den Einbau auf der Baustelle in Aachen.